Freitag, 17. Januar 2014



DEBA-Haus Alleine die Proportionen sorgen schon dafür, dass man das DEBA-Haus in der Parkstadt Solln nicht übersehen kann. So listet die Webseite Solln.de feinsäuberlich die Specs des Wohnhaus-Riesen auf: „64 m hoch, 20 Stockwerke, 541 Appartements, 178 Garagen, bewohnt von 1.000 bis 1.100 Personen.“ Und tatsächlich ist das DEBA-Haus in seiner Wirkung so gewaltig, wie kaum ein anderes Wohnhaus in München.

Errichtet wurde das Gebäude im Jahr 1966. Im Internet werden sowohl Fred Angerer wie auch Ernst Maria Lang (der die gesamte Parkstadt Solln plante) als Architekten angegeben. Wer nun wirklich hinter dem DEBA-Haus steckt, muss noch abgeklärt werden, zuzutrauen wäre der Koloss aber beiden: So verwirklichte Lang u.a. in der Studentenstadt ein ähnlich groß dimensioniertes Wohnhochhaus und baute Angerer ebenfalls für die DEBA nur wenige Jahre später einen Wohnturm, mit dem sich ein späterer Beitrag von münchen modern befassen soll.

Die Entstehung des Sollner DEBA-Hauses steht jedenfalls in einem Zusammenhang mit der 1972er Olympiade. So war das Gebäude als Hotel für die Olympischen Spiele geplant und wurde danach vom Bauträger DEBA in ein Appartement-Haus umgewandelt. Von der Hotel-Vergangenheit kündigt noch ein Swimming Pool an der Hausrückseite sowie der vergleichsweise großzügig gestaltete (und bis heute im 60er Stil erhaltene) Eingangsbereich mit Empfang.

Die im Erdgeschoss integrierte Ladenzeile und ein im Haus angesiedelter Gastronomiebetrieb stellen das DEBA-Haus in einen erweiterten Sinnzusammenhang zu Le Corbusiers „Wohnmaschinen“, allerdings in einer eher rudimentären Form – denn sowohl die bescheidene Menge der Geschäfte wie auch die fehlenden Gemeinschaftseinrichtungen weichen erheblich vom Ideal der Unité d’Habitation ab. Somit erzeugt das DEBA-Haus beim Betrachter letztlich eher eine Mischung aus Staunen über die schiere Größe und Schaudern über die Monotonie und Uniformität des Entwurfs.




Die Eingangshalle mit Empfang und Zugang zur Ladenstraße



Der Swimming Pool im Hof verweist auf die Hotel-Vergangenheit des DEBA-Hauses



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